Samstag, 28. September 2013

ecodyeing

In diesem Sommer war ich viel unterwegs, hab wenig gehandarbeitet. Irgendwie war bei mir die Luft raus. Keine Ideen, keine Motivation.
Mit dem Herbst kam  die Lust aufs Experimentieren wieder. Ich knüpfte an den schönen Nachmittatg bei Helena an und versuchte mich im ecodyeing.
Ich wollte das Erhitzen der Stoffpakete durch Zeit ersetzen.

Aber nun mal der Reihe nach:

In dem Buch von Bruhilde Scheidmeir gibt es eine Anleitung, wie man aus rostigen Eisenteilen und Essigessenz selbst eine Beize herstellen kann.  Nach vier Wochen habe ich die Flüssigkeit abgefiltert, mit Wasser aufgefüllt und zwei Stücke Seide über Nacht darin eingeweicht. Die Beize hat eine rötliche Farbe, die die Seide dauerhaft annahm. Wer das nicht mag, sollte vielleicht versuchen, die Beize mit Stahlteilen anzusetzen.


 
Mein Pflanzenmaterial: getrocknete Geraniumblätter, frische Dahlienblüten, Rosenblätter und Grün von einem Zierstrauch (keine Ahnung, wie der heißt.)


Die Seide habe ich nur ausgerungen, nicht ausgespült, mit den Pflanzenteilen belegt, einmal der Länge nach zusammengefaltet

 und zusammen mit Frischhaltefolie ganz straff auf zwei Rohre gewickelt. Durch die Folie sollen die Färbungen nicht durch mehrere Stoffschicht durchdringen. Außerdem konnte ich so einen wirklich ganz festen Andruck der Blätter erzielen.


Das Ganze dann noch in zwei Mülltüten verpackt, damit nichts austrocknet und gewartet. Sechs lange Tage. Zwischendurch immer mal geschnuppert, ob es nicht modert oder fault. Aber es roch immer wie frisch eingelegte Gurken :-)

Nach sechs Tagen habe ich die erste Rolle geöffnet, nach 12 Tagen die zweite. Die Blätter entfernt, alles mit klarem Wasser ausgespült und nochmal 10 Minuten in die Beize gelegt. Wieder ausgespült und trocknen lassen.

links: nach 6 Tagen, rechts nach 12 Tagen Einwirkzeit


nach 6 Tagen

nach 12 Tagen

Ergebnis: 6 Tage Einwirkzeit sind völlig ausreichend. Mehr schadet auch nicht.
Geranium ist einfach unschlagbar als Färbepflanze. Ich muss mir unbedingt noch einen Wintervorrat zulegen. (Hallo M., das ist das Zeug, was am Fundament vom Gastank wächst.) Die bunten Blütenblätter gaben teilweise schwarze, teilweise gar keine Abdrücke. Und auch mit dem japanischen Strauch werde ich weiter experimentieren.
Die Seidenstücke sind so schön geworden, viel zu schade um in irgendeiner Schublade zu verschwinden. Für Tipps, wie ich mit der Nähmaschine einen Rollsaum hinbekomme, wäre ich sehr dankbar.

Kommentare:

Viola hat gesagt…

Mönsch- einfach nur genial! Passend zum Herbst hast du gute Laune Stücken gezaubert. Beeindruckende Ergebnisse- denkt Viola

by Aprikaner hat gesagt…

wie schön das sieht toll aus und wird sicher ein toller Schal! Ich hab für meine Maschine einen Rollsaumfuß...der sich wie ich finde lohnt. ansonsten schmalen Zickzack mit langer Stichlänge?
sei lieb gegrüßt
anja

Silvi hat gesagt…

Das gefällt mir ja ausgesprochen gut. Wo bekomm ich nur das Rezept für die Beize her ohne das Buch zu kaufen?. Die Schal´s sind toll.
Mit Rollsuam hab´sch leider keine Erfahrung.
LG Silvi

Petruschka hat gesagt…

Das sind ja klasse Ergebnisse. Kann ich mir gut als Schal vorstellen.

LG, Petruschka